Sonntag, 17. April 2016

Fashion Revolution day......

Nähen ist mein Hobby. Ich mache es gern, ich entspanne mich dabei, oft fluche ich auch, dann bin ich wieder stolz und mit jedem neuen Schritt lerne ich etwas dazu. Nähen bedeutet für mich, dass ich mit meinen eigenen Händen ohne fremde Hilfe Sachen schaffen kann, die toll aussehen, die ich gern tragen mag, mit denen ich anderen eine Freude machen kann. Ich nähe, wann ich es möchte und ich nähe nur das, wozu ich selber Lust habe. Alle Nähstücke , die ich schaffe sind einzigartig und individuell. Ich sitze dabei sicher und geschützt in einem warmen Raum in einer mir geliebten Umgebung, fühle mich satt und zufrieden.


So geht es bei weitem nicht allen Menschen, die vor einer Nähmaschine sitzen. Am 24. April 2013 starben über tausend Menschen weil sie in einer Nähfabrik arbeiteten, weil sie es machen mussten, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, weil sie keine Wahl hatten. Über 2000 Menschen wurden bei dem Einsturz einer Nähfabrik in Bangladesh verletzt und sind bis heute von dem Unglück gezeichnet. Weil sie nicht in einer geschützten und sicheren Umgebung saßen, weil die Produktion wichtiger war als die Sicherheit der Menschen.


Ich sitze mit einer schönen Tasse Kaffee in meinem sicheren Zuhause und schreibe diesen Beitrag. Weil mir das Schicksal dieser Menschen nahe geht. Ich habe mit dem Nähen nicht angefangen, um die Welt besser zu machen oder ein Zeichen gegen Ausbeutung und für Nachhaltigkeit zu setzen. Ich bin mit dem Nähen angefangen, weil es mir Spaß macht, weil es mich erfreut. Und ich blogge darüber, weil ich Freude daran habe, mich mit anderen über dieses Hobby auszutauschen. 

Und gerade deshalb, ist mir bewusst, dass ich in keinster Weise hier und jetzt eine Parallele zur Bekleidungsindustrie setzen kann. Ihr, die hier meinen Beitrag lest, habt mich wahrscheinlich in der großen weiten Welt des Internets gefunden, weil nähen auch ein Hobby für euch ist. Ihr wisst, wieviel Arbeit in einem genähten Stück steckt. Ihr wisst, was Stoffe und Materialien kosten und dass man kein T Shirt für zwei Euro fair und nachhaltig produzieren kann. Trotzdem können auch wir kurz innehalten und uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, wieviele Menschen, vor allem Frauen , jeden Tag an die Nähmaschine müssen, fernab der uns bekannten Arbeitsbedingungen. 

 
Das ist mein Beitrag zum Fashion Revolution Day 2016. Danke liebe Susanne, dass du uns immer wieder daran erinnerst und tolle Aktionen im Netz startest, die uns an Nachhaltigkeit und faire Produktionsbedingungen erinnern. Schaut mal hier. Auf ihrer Seite findet ihr weitere Beiträge zu diesem Thema.

Eure Kirsten 

1 Kommentar:

  1. Hej Kirsten,

    dass kann ich alles so unterschreiben. Sehr gut geschrieben und schön dass du dich an der Aktion beteiligst. Ich sitze noch an meinem Beitrag …

    Liebe Grüße vom Deich
    Claudia

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