Dienstag, 31. Dezember 2019

Fünf gute Gründe, mit dem Bloggen weiterzumachen

Erzähle der Welt, was Dich begeistert, auf Deine Art.

Das sind die Sätze, mit denen mich meine Bloggersoftware jedesmal begrüßt, wenn ich mich anmelde. So auch heute, am Silvestermorgen 2019, an dem ich noch im Pyjama mit einem Becher Tee vor meinem Rechner sitze und meine Gedanken aufschreibe. Gedanken, die mir heute morgen nach dem Aufwachen kamen, als es im ganzen Haus ganz ruhig war und der Rest der Familie noch seelig schlief.

Heute ist der letzte Tag im Jahr 2019, morgen fängt ein neues Jahrzehnt an. Die Tage zwischen den Jahren sind gefüllt mit Zeiten der Ruhe und Zeiten für Rückblicke. Und ob man will oder nicht, fängt man selbst an zu überlegen. Was war alles in diesem Jahr, in diesem Jahrzehnt, wie habe ich mich entwickelt, verändert, wie hat sich die Welt und die Gesellschaft um mich herum entwickelt und verändert. 

Wie haben sich die sozialen Medien entwickelt, welche Bedeutung haben Blogbeiträge heute noch? Liest überhaupt noch jemand Blogposts oder wischen alle nur schnell durch ihre Timelines bei Instagram oder Facebook?

Warum mich diese Gedanken heute morgen so beschäftigen, dass ich sie hier niederschreibe, liegt wohl auch daran, dass ich gestern Abend noch den Blogbeitrag von Selmin (der kreative Kopf hinter dem Blog Tweed and Greet) gelesen habe, über ihre zehn erfolgreichsten Instagram Posts und ihre Gedanken über das Bloggen in der Zukunft.

Vielen Kreative, die in den letzten Jahren ihren Blog monatlich mit mehreren Beiträgen versorgt haben, geht es wie mir. 

Irgendwie ist die Luft raus. 



Angefangen hat es meiner Meinung nach mit den ganzen Diskussionen um die Werbekennzeichnung und die Datenschutzverordnung. Ängste wurden geschürt, dass plötzlich etwas, was für viele nur reines Hobby und Vergnügen ist, plötzlich durch gesetzliche Auflagen und rechtliche Konsequenzen plötzlich eine ganz andere Dimension bekommt. Geliebte und erfolgreiche Linkpartys, wie RUMS (Rund ums Weib am Donnerstag) schlossen ihre Pforten, der kreative Austausch verlagerte sich zunehmend auf Instagram und Co. 

Alle, die genau wie ich, ihren Blog nur als reines Hobby, als Plattform für Ideenaustausch und Inspiration, betreiben, sehen keinen Sinn mehr, stundenlang Mühe und Arbeit in einen Blogbeitrag zu investieren, wenn diese kaum noch gelesen und gewürdigt werden. 

Auch mir erging es so. In diesem Jahr habe ich - diesen Beitrag mitgezählt- genau drei Blogbeiträge veröffentlicht. Drei! Im ganzen Jahr! Mehr hatte ich dieses Jahr nicht mitzuteilen. Obwohl das stimmt so nicht, denn auf Instagram habe ich weiter fleißig meine Näh- und Strickwerke dieses Jahres gezeigt. 


Meine neun besten Fotos auf Instagram 2019



Und dennoch: Ich mache weiter. 



Ich werde diesen Blog hier nicht beerdigen. Ich werde ihn nicht aus der Öffentlichkeit nehmen, denn dafür gibt es meiner Meinung nach fünf gute Gründe:


  • Es macht mir Spaß.

    Ja, ich schreibe gern Texte, ich fotografiere gern, ich bin gern kreativ, warum soll ich das hier nicht verbinden.

  • Meine Blogbeiträge werden anscheinend gern gelesen.

    Denn wenn ich mir meine Blogstatistiken anzeigen lasse, kann ich feststellen, dass die Besuchszahlen immer noch so sind, wie vor ein, zwei Jahren. In der gleichen Frequenz. Obwohl hier in diesem Jahr wenig Neues erschienen ist, finden andere Kreative weiterhin ihren Weg auf meine Seite.

  • Ich kann mit meinem Blogbeiträgen andere Menschen inspirieren:Mitten im Sommer kam dieser Kommentar unter einem meiner Beiträge:
    Liebe Kirsten, ich hab heute erst deinen Blog und deinen wunderschönen Wäscheklammerbeutel entdeckt. Ich hab mich in deinem Text wirklich wiedererkannt ;-) Wie oft sagt man sich: man müsste mal....und dann schnappt man/frau sich doch wieder nur den ollen zerfledderten Beutel und hängt wie gewohnt die Wäsche auf. Aber Dank dir, und deiner tollen Nähanleitung wird das hoffentlich bald der Vergangenheit angehören. Vielen Dank für die Inspiration. Und ich werde demnächst noch öfters zum Stöbern bei dir vorbeikommen. Viele liebe Grüße Jeanne

    Liebe Jeanne, du hast den Ausschlag gegeben, dass ich das Ganze hier nicht einstampfe, sondern den festen Willen habe weiterzumachen.  Wenn ich eine andere Person zu etwas begeistern kann, was mich selbst begeistert, ist das Genug. Mehr will ich gar nicht. 

  • Ich lese selber gern Blogbeiträge.

    Zugegeben, vielleicht nicht mehr so viel und so oft wie in den letzten Jahren, aber regelmäßig. Ich liebe die Bloglovin App, mit der ich meine eigene Blogroll pflege, und in der ich gern mit etwas mehr Ruhe und Muße schaue und lese, als auf Instagram. Ich habe selbst diverse Bloglinks gespeichert mit Tutorials, Rezepten, Freebies, die ich immer wieder aufrufe und nutze. Wenn es die alle nicht mehr geben würde, wäre das Internet um Einiges ärmer.

  • Blogbeiträge sind nachhaltig.

    Wenn ich einen Blogbeitrag lese, der mich anspricht, dann weiß ich auch noch in ein paar Monaten, wo ich diese Sachen wiederfinde. Auf Instagram irre ich manchmal wie eine Verwirrte durch Hashtags und Accounts, irgendwo im Hinterkopf ein Bild, dass ich irgendwo gesehen habe, es aber nicht wiederfinde. Blogbeiträge sind zeitlos.

    Das ist mit gerade in der Adventszeit wieder mehr als bewusst geworden, als Ute (vom Blog Schneiderherz) unseren selbstgemachten Adventskalender mit einigen Sachen füllte, die sie vor einigen Jahren auf ihrem Blog gepostet hatte. Da wir Nähdeerns , die wir uns zu diesem Adventskalendervergnügen jedes Jahr wieder zusammen-finden, natürlich viele Sachen auch ausprobieren wollten, wurde untereinander Bloglinks ausgetauscht. Es lohnt sich immer wieder auch gern in ältere Beiträge zu schauen, die nichts an ihrer Kreativität und Sympathie verloren haben.

Und deshalb mache ich weiter. Mit dem Bloggen. Mit diesem Internet.

Ich entscheide selbst, wann und wieviel ich hier veröffentlichen möchte, und wenn ich Lust dazu habe, wie gerade heute am Silvestertag, dann mache ich es einfach und wenn ich keine Lust dazu habe, dann lasse ich es bleiben. Ich erzähle über das, was mich begeistert, in meiner Art. Und da ist er wieder:  der Satz , der mich jedes Mal begrüßt, wenn ich mich hier einlogge.

Ich schenke euch, meinen fleißigen Lesern,  ein riesengroßes Dankeschön. Schön, dass ihr hierher gefunden habt und vielleicht auch in Zukunft mal wieder vorbeischaut.

Diese Silvesterdeko findet ihr bei Schneiderherz als Freebie hier 


Ich wünsche allen einen guten Rutsch in ein neues kreatives Jahr und einen weiterhin so tollen gemeinsamen Austausch von Ideen und Gedanken untereinander.







Montag, 2. Dezember 2019

Kann nähen süchtig machen?

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis hat es sich mittlerweile herumgesprochen: ich nähe gern.

Oft werde ich aktiv auf mein Hobby angesprochen und ernte lobende und anerkennende Worte. Oft folgt dann: "Das würde ich ja auch gern können." 

Meine Standarderwiderung ist dann meist: "Ja, dann probiere es doch einfach mal aus!"

"Hm, ich weiß nicht, ich habe gar keine Zeit und ob ich das wirklich schaffe ?"

Dann kommt meist völlig automatisch mein zweiter abgedroschener Standardspruch: "Na ja, es ist ja auch noch kein Meister vom Himmel gefallen."

Hier wäre definitiv Schluß mit zielführender empathischer Kommunikation. Aber so gemein bin ich ja nicht. Ich füge gern noch einige erläuternde Sätze hinzu.

Ich bin, weiß Gott, kein Nähmeister. Ich habe es nie von der Pieke auf gelernt, und würde mich hüten, meine selbstgenähten Werke lobheimelnd anzupreisen. Aber ich will mein Licht auch nicht unter den Scheffel stellen und finde, dass einige gelungene Werke inzwischen dabei sind. Vielleicht ist da auch irgendwo Talent, so wie wir alle irgendwo eine Vorliebe haben und  uns bestimmte Dinge einfach leichter und besser von der Hand gehen, als andere. 

Es braucht dazu jedoch viel Zeit, eine große Portion Geduld und die Erkenntnis auch nach Niederlagen wieder weiterzumachen . Keine Angst, dieser Artikel soll jetzt nicht mit lebensberatenden Meinungen fortgeführt werden.

Aber was einem auf dem Weg zu eigenen selbstgenähten Projekten auf jeden Fall immer hilft, sind gute Anleitungen und Tipps. Die findet man ja dank YouTube und Blogs im Internet inzwischen zu Hauf.

Ich persönlich lese da aber auch immer gern, ganz klassisch, in Büchern. Lasse mich durchs Blättern in den Seiten inspieren und anleiten. Ihr ahnt es schon, oder? Denn Nähbücher gibt es ja eine ganze Menge auf dem Büchermarkt und auch hier bei mir zuhause stapeln sich einige.







Kann man eigentlich je genug Nähbücher haben?

"Die erfinden das Rad doch auch nicht neu."

Und tatsächlich in vielen steht Großteils das Gleiche drin. Ja das stimmt,  aber ich kann trotzdem nicht nein sagen, denn jedes Buch hat wiederum seinen eigenen Charakter und Schwerpunkt. Darum konnte ich natürlich auch nicht Nein sagen, als Petra von Pedilu bei mir anfragte, ob ich nicht Lust auf eine Blogtour habe. Sie würde gern ihr Buch




vorstellen*. [Ah, interessanter Titel. Das würde ich ja glatt unterschreiben]

Untertitel: "Besondere Nähprojekte von Kuschelkissen bis Blusenshirt"



[Auch interessant, da scheinen sehr unterschiedliche sowohl kleinere Projekte, als auch Kleidung dabei zu sein.]







Neben klassischem Vorwort findet man in diesem Buch auch hier auf den ersten zwanzig Seiten die wichtigsten Grundlagen zur Ausstattung, die man beim Nähen benötigt, den Grundlagen zu Nähmaschine und Sticharten, sowie Materialkunde und ein kleiner Exkurs zum Jersey nähen. Alles recht kompakt und gut beschrieben. [Ich gebe zu, über diesen Teil blättere ich persönlich sehr schnell hinweg]

Dann geht es aber zügig zu den einzelnen Projekten und hier findet sich wirklich eine erstaunliche Vielfalt, vom kleinen Stoffigel, über Taschen, Untersetzer, Gürtel, Mütze bis hin zu einem Blusenshirt, einer Leggings und einem Kleid. Alle Schnittmuster zu den Projekten sind auf einem zweiseitigen Papierschnittbogen am Ende des Buches, der für meinen Geschmack bei der Vielfalt der Projekte sehr aufgeräumt aussieht. Erst dachte ich, da fehlt doch noch ein Bogen, aber nein, bei genauerem Hinsehen sind da tatsächlich total übersichtlich alle Projekte dieses Buches auch ohne Linienwirrwarr gut wiederzufinden.


Die einzelnen Projekte sind absolut anfängertauglich, gut beschrieben und mit einfachen klaren Bilder unterfüttert. Zu Beginn ist in einer kurzen Zusammenfassung übersichtlich dargestellt, welche Materialien benötigt werden und welche Nähtechniken in diesem Projekt vermittelt werden. 







Meine Wahl fiel da relativ schnell auf das Projekt mit der hier gezeigten Tasche, die im Buch als edler Kork Shopper daher kommt. Denn in der Übersicht stand, hier lernst Du Origami Ecken nähen. [Aha, das hört sich interessant an] Ich habe bisher noch nie Origami Ecken genäht.

Und nicht nur dass ich diese Tasche in ihrer schlichten Form und der Größe sehr gern mag, diese Origami Ecken, wie ihr sie hier auf dem obigen Bild seht, sind so einfach zu nähen und geben diesem Shopper das gewisse Etwas. 




Viel andere Bloggerinen und Nähsüchtige haben das Buch auf Herz und Nieren getestet und einige Projekte daraus genäht. Wenn Lust auf mehr bekommen hat, wirft doch gern einen Blick auf unser Blogtour Team:

änni sews: Blog | Insta
naadisnaa: Blog | Insta
anuschka1804: Insta
Elbmiezen: Blog | Insta
handgeklotzt: Blog | Insta
Kathis Nähwelt: Blog | Insta
kreamino: Blog | Insta
Liiviundliivi: Blog | Insta
Mecki macht: Insta

Mojoanma: Blog | Insta
vansquirrel: Insta


Macht diese Buch süchtig nach Nähen?

Da mir vorher schon bewusst war, dass Nähen süchtig machen kann, war dieser Titel nicht wirklich überraschend. Nach genauer Durchsicht des Buches kann ich mir jedoch vorstellen, dass nicht nur Nähanfänger, sondern auch ambitionierte Hobbynäher sehr schnell noch das eine oder andere Projekt finden, das sie unbedingt ausprobieren müssen. Ich sage nur Rope Bowls. Kennt ihr nicht? Dann ab zu Petras Blogbeitrag, denn dort könnt ihr auch drei Exemplare des Buches gewinnen.


*P.S: Das Buch wurde mir im Rahmen der Blogtour #nähenmachtsüchtig kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle anderen Materialien habe ich selber gekauft. 
Der Außenstoff der Tasche ist aus dem Heavy washed Canvas von Mind the Maker , der Innenstoff ein japanischer Baumwollstoff, gekauft bei der Tillabox.








Montag, 6. Mai 2019

Ein Wäscheklammerbeutel - Ruck Zuck selbst genäht

Einfach mal machen..... zum Beispiel, sich schöne alltagstaugliche Dinge selber nähen. Das ist so einfach gesagt und trotzdem hat es gefühlt Jahre gedauert, bis dieser bunte Wäscheklammerbeutel bei uns einzog und die ungeliebte Haushaltsroutine  des Wäsche Aufhängens ein wenig auffrischte. 





Ehrlich gesagt, traue ich mich kaum zu sagen, dass vorher unsere Wäscheklammern in einem furchtbar hässlichen und an diversen Stellen aufgerissenem Plastikkorb lagerten. Zwischendurch fiel die ein oder andere Klammer schon mal durch die Löcher und fand sich dann im Wäscheberg selbst wieder. 


Und spätestens in dem Moment dachte ich immer wieder, da muss mal ein neues Behältnis für unsere Wäscheklammern her. Und dabei blieb es.


Bis ich beim Stöbern auf Instagram auf ein Bild eines bunten Wäscheklammerbeutels aufmerksam wurde. In dem Augenblick hat es auch in meinem Kopf endlich klick gemacht. Wieso nähe ich mir so ein wunderbares Helferlein nicht einfach selbst? Der Entschluss war schnell gefasst und  wurde am nächsten Tag in die Tat umgesetzt. 





Wenn Du Dir auch so einen hübsche Beutel nähen möchtest, brauchst Du dafür nur einen kleinen Kleiderbügel, am besten einen Kinderkleiderbügel, einen festen Baumwollstoff und eine Nähmaschine.





Ein Schnittmuster benötigt Ihr hierfür nicht.  Das könnt Ihr Euch ganz einfach selbst zeichnen. Dafür einfach den Kleiderbügel mittig auf den Rand eines Blatt Papiers legen und mit einem Stift die obere Kontur des Bügels nachzeichnen. Die geschwungene Linie bis zum Boden zeichnest Du frei Hand. Ich habe mir einen kleine Hilfslinie mit dem Bleistift eingezeichnet, damit der Beutel oben und unten gleich breit wird.





Anschließend das Schnittmuster im Stoffbruch auf deinen Stoff auflegen und mit einem Zentimeter Nahtzugabe einmal außen herum schneiden. Fertig ist die Rückseite des Beutels.





Für die Vorderseite brauchen wir diese Form in zwei Teilen für den Eingriff in der Mitte. Dazu die gewünschte Eingriffshöhe mit einem roten Stift auf das Muster zeichnen und jeweils ein Ober- und ein Unterteil für die Vorderseite jeweils drei Zentimeter höher und tiefer ausschneiden. 




Die Schnittkanten zwischen Ober- und Unterteil jeweils um einem Zentimeter nach innen umklappen und mit einem Zickzackstich der Nähmaschine fixieren.




Wenn ihr jetzt die Rückseite und die beiden Vorderseiten übereinander legt, seht ihr wie sich der Eingriff in der Mitte überlappt. Jetzt müsst ihr die Teile nur noch zusammennähen und schon ist der Ruck Zuck  Wäscheklammerbeutel fertig.



Um die beiden Vorderteile und das Rückenteil zusammenzunähen legt ihr die Teile rechts auf rechts (also mit den schönen Stoffseiten zueinander) bündig aufeinander. Die beiden Vorderteile überlappen sich um ca. 2 Zentimeter. In meinem Beispiel liegt die Unterseite innen und das Oberteil wird daher beim gewendeten Beutel überlappen. Für einen schnelleren Griff in den Beutel könnt ihr das aber auch genau andersherum legen.



Im oberen Bereich markiert ihr Euch die Mitte. Ihr beginnt jetzt mit eurer Naht ca. einen halben Zentimeter dahinter und näht dann mit einer Nahtzugabe von einem Zentimeter einmal um den ganzen Beutel herum, bis einen halben Zentimeter vor eurem Nahtanfang. Das kleine Loch an der Oberseite wird benötigt um den Griff des Kleiderbügels dort hindurchzuschieben als Aufhänger.




Wenn ihr einmal um den Beutel herum genäht habt, könnt ihr die Nahtzugaben noch etwas zurückschneiden oder sie auch in den Rundungen ein wenig einschneiden. Dann formen sich die Konturen beim gewendeten Beutel einfach schöner heraus.




Jetzt habt ihr es schon geschafft. Ihr müsst das Ganze nur noch auf die rechte Seite wenden, die Ecken schön von innen ausformen und den Bügel durch den Eingriffsschlitz schieben und fertig ist der Ratz Fatz Wäscheklammerbeutel. 






Zum Schluss füllt Ihr Eure Wäscheklammern hinein und habt ein selbstgemachtes Hausutensilo, welches Euer Herz vielleicht ein wenig höher schlagen lässt, wenn ihr das nächste mal die Wäsche aufhängt. 



Bei mir wird es definitiv dazu führen, dass mein Puls nicht mehr so in die Höhe schnellt, weil ich mich über den kaputten Plastikkorb aufrege, der jahrelang weder schön noch sinnvoll, geschweige denn besonders nachhaltig war. 


Viel Spaß beim Nähen 



Mittwoch, 26. Dezember 2018

Mein Weihnachtskleid 2018

Ich habe mich sehr gefreut , als Ende Oktober eine Anfrage von Claire Massieu bei mir ankam, ob ich nicht Lust hätte, aus ihrer aktuellen Kollektion ein Designbeispiel zu nähen. Auf Instagram hatte ich dieses kleine Münchner Label und ihre Crowdfunding Kampagne schon ein wenig verfolgt und freute mich, aus Ihren Schnittmustern eines für mich aussuchen zu dürfen.  



Bei der Durchsicht der einzelnen Schnittmuster fielen meine Blicke gewohnheitsmäßig zuerst auf  die Oberteile. Eine hübsche zeitlose Bluse oder ein Blouson? Erst im zweiten Blick, bin ich bei diesem Kleid gelandet. Oder war es doch eher der Name des Schnittmusters, der mich magisch anzog? Ich fühlte mich sofort an einem lauen Sommerabend ans Meer versetzt, wenn eine frische Brise leicht unter den Rock weht.  


Die Assoziation war nur mitten in Winter nicht gerade vorteilhaft. Das Team rund um Claire gefiel meine Wahl jedoch, ich könnte doch mal zeigen, dass das Kleid Brise ganzjahrestauglich sei und sich nicht nur als Sommerkleid nähen ließe.



Bei dem Schnittmuster handelt es sich um ein leicht ausgestelltes Kleid mit großen Eingriffstaschen und Raffung an Vorder- und Rückseite. Es ist ein legerer Schnitt, der sehr bequem sitzt und nicht einengt. Das Oberteil ist im mittleren Teil gefüttert, sodass sich eine saubere und schöne Verarbeitung des Ausschnitts ergibt.
Durch die Schnittführung bietet sich die Verarbeitung aus zwei verschiedenen Stoffen an. Dadurch setzen sich die Seitenteile ab und ergeben eine schöne Silhouette.  Ich habe mich bei der Stoffwahl jedoch auf eine Farbe beschränkt, da ich die Kombination der wirklich gut zusammen passenden Stoffe sehr schwierig finde.




Mit diesem petrolfarbenen Viskosetwill, den ich mir für dieses Kleid bei Hemmersitex aussuchen durfte, wollte ich ein zeitloses Kleid nähen, das für viele Gelegenheiten geeignet ist.  Und da Weihnachten nahte, sollte das Kleid mein Outfit für Heiligabend werden. 



Genäht habe ich das Kleid nach Muster und Anleitung in Größe 42. Das Oberteil habe ich um 2 cm verlängert und statt der Raffung im Vorderteil habe ich zwei Falten eingelegt. Das verleiht dem Kleid etwas mehr Eleganz. Vor allem bei diesem wunderbar weich fallenden Stoff eine tolle Alternative. 



Den letzten Saum habe ich dann tatsächlich einen Tag vor dem Weihnachtsfest fertig gestellt, so dass der Premiere an Heiligabend nichts mehr im Weg stand. Kombiniert mit einer schlichten blauen Wolljacke und einer hübschen Kette mit den farblich perfekt passenden Holzkugeln, die ich von Dominique (Kreamino) geschenkt bekommen habe,  fühlte ich mich perfekt gerüstet für leckeres Essen und gemütliche Stunden im Kreise der Familie. 



Schaut gern mal bei Claire Massieu vorbei, die gerade erste Bilder ihrer neuen Kollektion "Les jolies plantes" zeigt. Viele raffinierte und zeitlose Schnitte , die alle in den Größen 32 bis 48 angeboten werden. 



Ich genieße jetzt noch die Ruhe zwischen den Tagen und verabschiede mich mit lieben Grüßen an alle fleißigen Leser meiner Blogbeiträge aus diesem Nähjahr. Große Nähpläne für das nächste Jahr habe ich noch nicht geschmiedet, bin mir aber sicher, dass das ein oder andere schöne Projekt auch wieder seinen Weg auf diese Seite finden wird. Machts alle gut und startet friedlich und gesund in das neue Jahr.



Schnittmuster und Stoff wurden mir für das Nähen des Designbeispiels von Claire Massieu bzw. Hemmersitex kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Inhalt dieses Blogbeitrag ist nicht an die Kooperation gebunden und spiegelt meine eigene Meinung wieder.








Mittwoch, 21. November 2018

Hoodie Parka - der perfekte Mantel für ein Küstenkind

Das Schnittmuster für diesen Parka kommt aus Schweden. Die Skandinavier wissen einfach, was bequem und praktisch ist und dabei auch noch gut aussieht. 

Dieser Hoodie Parka von The Assembly Line ist schlicht, kommt ohne Schnick Schnack aus, ist mit seiner Kapuze und dem hohen Krageneinsatz absolut Outdoor- und Küstentauglich und zeigt mit seiner A-Line und den vorn in der Naht eingesetzten Taschen eine herrliche Lässigkeit. 



Ich war sofort von dem Schnitt begeistert, als ich ihn das erste Mal bei Silke von der Tillabox gesehen habe. Und sehr schnell stand fest, dass ich mir diesen Parka auch gern nähen möchte. Ob das ein Anflug von Größenwahn war? 

Ich weiß es  nicht, denn so viele Gedanken hatte ich mir um die Anfertigung und die Fertigkeiten im ersten Moment gar nicht gemacht. Da war einfach nur dieses spontane und überzeugende "Den muss ich auch haben"-Gefühl.



Aber dann fing ich an,  mir genauere Gedanken darüber zu machen. Welche Größe brauche ich? Aus welchem Stoff soll ich den Parka nähen? Meine Recherche auf der Homepage von The Assembly Line zeigte neben den Schnitten auch gleich die geeigneten Stoffe für die jeweiligen Projekte. Sehr praktisch. Aber dann blieb weiterhin das Problem mit der Größe, zumal es zu diesem Zeitpunkt die Schnittmuster nur in Einzelgrößen gab. Inzwischen gibt es die Schnitte auch in Mehrgrößen, was ich nur sehr begrüßen kann. 




Der Durchbruch zu diesem Projekt kam dann an einem Samstag nachmittag, als ich bei Nina in ihrem wunderbaren Laden in Hollenstedt zu Besuch war. Nina hatte sich den Mantel selbst schon genäht und ich durfte ihn einfach mal anprobieren (Nochmals vielen lieben Dank, Nina ). Und könnt ihr euch dieses Gefühl vorstellen, wenn man den Parka anzieht und sofort weiß - ohne in den Spiegel geschaut zu haben - ja, der ist perfekt, ich fühle mich so wohl darin. So geschehen, der Blick in den Spiegel hat es dann bestätigt und zack waren Schnittmuster und der passende Trench Dry Oilskin gekauft. Mit leerem Portemonnaie und viel Gepäck bin ich dann bei Nina weggefahren mit dem Wissen, das wird ein richtig gutes Nähprojekt, du musst jetzt "nur" noch nähen. Keine Zweifel, ob es die richtige Größe ist, keine Zweifel , ob der Stoff der Richtige ist, wirklich nur noch nähen.




Einfacher gesagt als getan, denn mit gefühlt hundert Schnittteilen ist dieser Parka doch ein ehrgeiziges und anspruchsvolles Nähprojekt. Aber auch da kann ich nur sagen, einfach die Ruhe bewahren. Alle Schnitteile sind super beschrieben und die Anleitung, auch wenn sie in Englisch ist, erklärt in einfachen und nachvollziehbaren Sätzen und vielen Skizzen, wie ein Teil nach dem anderen zusammengesetzt wird.

Das verhindert natürlich nicht, dass sich an der ein oder anderen Stelle trotzdem der berühmte Knoten im Kopf bildet und man überhaupt nicht mehr weiß, wie das jetzt gemeint ist. Davor ist, glaube ich, keiner bei solchen Projekten gefeit. Aber irgendwie und irgendwann geht es dann doch weiter und am Ende aller Tage ist auch so ein Mantel wunderbar genäht. 






Es bedurfte einer gewissen Hartnäckigkeit und Ausdauer und auch den Mut einfach mal wieder aufzutrennen. Aber am Ende entstand ein tolles Kleidungsstück, auf  das ich mächtig stolz bin und dass ich einfach nur gern trage. 



Schnitt: Hoodie Parka von The Assembly Line , genäht in Größe M
Stoff: Trench Dry Oilskin in Navy, gekauft bei Junidesign