Samstag, 15. Februar 2020

Die perfekte Tasche für all Deine Nähutensilien

Schon so oft gesehen, immer wieder bewundert und jetzt endlich auch einmal selbst genäht :

die sew together bag 


nach dem Schnittmuster von Sew Demented.
(Und gefühlt damit meinen eigenen Näholymp bestiegen.)





Was macht diese Tasche zu etwas Besonderem?



In geschlossenem Zustand erinnert mich diese Tasche in ihrer rundlichen Form an die "Faulenzer" meiner Schulzeit. Kennt  ihr sie auch noch, diese Federtaschenrollen, in die gefühlt zwar hunderttausend Stifte passten, aber in der man im Grunde nichts so richtig wiederfand?

Die sew together bag offenbart jedoch nach dem Öffnen des Aussenreissverschlusses kein heilloses Durcheinander, sondern fächert sich mit ihren drei Reissverschluss- und vier offenen Innenfächern zu einem perfekt übersichtlichen Raumwunder für allerlei Dinge auf.






Mit diesem Innenleben kann sie jeden Nähbegeisterten überzeugen, denn alle Utensilien, von der Schere über den Nahtauftrenner, das Handmaß, Garnrollen, Nähklipse und -nadeln lassen sich perfekt verstauen und mit einem Blick schnell wiederfinden und aus der Tasche herausgreifen. 





Warum bin ich solange um dieses Täschchen herumgeschlichen und habe es erst nach langem Hin und Her endlich selbst genäht?



Dafür gab es folgende drei (wie ich immer noch finde) gute Gründe:


1. Irgendwie sah diese Tasche ziemlich kompliziert aus, so auf den ersten Blick. Ich nähe nicht oft Taschen und ordne mich selbst gern in die Fraktion der "Nicht-Taschennäherinnen" ein. Ich  dachte mir, ein wenig mehr Erfahrung bräuchte ich bestimmt für dieses Projekt.


2. Die Original Anleitung ist in Englisch verfasst. [Obwohl ich gerade hier beim Recherchieren auch eine Seite gefunden habe, die ein deutsche Übersetzung des Schnittmusters anbietet.] Ich habe zwar inzwischen schon ein paar Mal nach englischen Anleitungen genäht. Allerdings ist es doch jedes Mal wieder eine kleine Überwindung, allein das Umrechnen der Maße von Inch in Zentimeter.

3. Ich hatte eigentlich schon ein ganz praktisches Täschchen für meine Nähutensilien.




Aber irgendwann ist es doch einfach so weit. Ich sehe auf Nähtreffen oder in  den Sozialen Medien immer wieder so schöne Exemplare der sew together bag und irgendwann wird dieser Wunsch , sie einfach einmal selbst zu nähen, übermächtig.

Ich hatte mir das Projekt für das Nähwochenende in Lüneburg überlegt. Um mich herum genügend Mädels, von denen ich wusste, sie haben diese Tasche schon oft genäht und können zur Not mit Rat und Tat zur Seite stehen. Im Vorfelde habe ich in der lieben Lara einen weitere Teilnehmerin an dem Nähwochenende gefunden, die denselben Wunsch in sich hegte und da waren wir schon zwei.

Also los..... Inch in Zentimeter umrechnen, sich dank Übersetzer durch die Anleitung arbeiten, Stoffe heraussuchen, zehnmal wieder anders entscheiden, eine Woche vorher noch schnell neue Reißverschlüsse bestellt und …. die Blogbeiträge von Marlies aka GMacht in Oberbayern quasi auswendig gelernt. 

Sie hat bereits im Mai 2015 einen sewalong zu diesem Schnittmuster organisiert und die einzelnen Schritte inklusive der Vorbereitung sind so toll beschrieben, dass man die Nähanleitung in englisch quasi gar nicht mehr braucht.

Katharina von Greenfietsen hat einen weiteren tollen Artikel über das Entstehen ihrer Sew together bag verfasst (Das kleine Taschendiplom für das mutige Scheniderlein). Sucht einfach mal im Netz und ihr werdet nicht nur tolle Hilfe für die Anleitung , sondern auch viele tolle Beispiele dieser Tasche finden. 






So entstand meine erste sew togehter bag, die meine Nähutensilien praktisch und übersichtlich verstaut und die ich jederzeit an einen anderen Ort mitnehmen kann. 


Im Nachhinein habe ich mir noch überlegt, wie dieses Schnittmuster wohl zu seinem Namen gekommen ist.


Einfach zusammennähen - würde passen, denn im Grunde sind es fast nur Rechtecke , die in endlos Reihe mit Reißverschlüssen zwischendrin zusammengenäht werden.


Oder sollte man diese Tasche einfach mit anderen zusammen nähen - sew together ? Auch keine schlechte Idee, denn zumindest auf dem Nähwochenende waren viele dieser Taschen vertreten und zwei wurden dort auch neu genäht. 

Egal wie, ach ich kann sie jedem nur ans Herz legen und natürlich eignet sie sich auch hervorragend für alle möglichen Aufbewahrungsarten - mein Sohn würde dort auch gern seine Legosteine reinschütten.


 

verlinkt bei HandmadeonTuesday

Mittwoch, 5. Februar 2020

Ich nähe mir eine Bluse - Herausforderungen und Varianten

Irgendwann ist es in deinem Kopf soweit und der Vorsatz steht fest:

Jetzt nähe ich mir eine Bluse.


Wie? So eine richtig echte Bluse? Mit Kragen, Knopfleisten und Manschetten an den Ärmeln?

Oh, ja.... an dieses Nähprojekt würde ich mich gern mal herantrauen.




Welche Hürden sind dabei zu überwinden?

Hürde 1: Knopfleisten

Sind glaube ich gut zu bewältigen, wenn da nicht die Knopflöcher wären, die das Gesamtergebnis schnell zu einem Top oder Flop werden lassen.

Hürde 2: Der Kragen

Ein Stehkragen fällt wohl eher in die leichtere Kategorie, hier liegt die Herausforderung in der Exaktheit der Nähte.

Hürde 3: die Ärmelmanschetten mit Schlitz

Eigentlich auch nicht schwer :-) , auch den Ärmelschlitz mit einem Einfassstreifen zu versäubern ist kein Hexenwerk.





Trotzdem gibt es viele Ecken , an denen man als Hobbynäher, egal in welchem Stadium, kurzzeitig verzweifeln kann.

Bei mir war es der eingefasste Ärmelschlitz.



Wenn man, wie ein Ochs vor dem Berg, zum zehnten Mal die Anleitung gelesen hat und genau weiß, der Knoten in meinem Kopf geht auch nicht weg, wenn ich diese Anleitung ein elftes Mal lese, sind andere Methoden gefragt. Am Besten man hat jemanden im Zugriff, den man persönlich fragen kann.

Dies war in meinem Fall ganz einfach, da ich zu dem Zeitpunkt, als ich das erste Mal versuchte einen Ärmelschlitz schön einzufassen auf dem Nähwochenende in Lüneburg war. Um mich herum weitere 95 nähverrückte Frauen. Wäre ja gelacht, wenn da nicht Eine darunter ist, die das perfekt beherrscht. So war es dann auch. 

Aber was mache ich , wenn ich eine Frage habe und merke, allein komme ich nicht weiter?

Na klar, da hilft das Internet. Es gibt inzwischen so viele wunderbare Tutorials auf Blogs,  die lassen sich sehr einfach finden.

Für das Thema: Ärmelschlitze einfassen kann ich euch zum Beispiel das Tutorial von Resa (aka Crearesa) empfehlen. Klickt einfach hier.





Und wenn der Knoten erst einmal geplatzt ist (aber das kennen wir , glaube ich, alle ) ist auf einmal alles ganz logisch und einfach. Und auch wenn das jetzt so lapidar klingt, so bewahrheitet es sich doch immer wieder. Einfach mal über den Rand schauen, aus seiner eigenen Komfortzone heraustreten und den Mut haben, einfach mal zu machen.

Aber es ist bekanntlich noch nie eine Profi vom Himmel gefallen und aller Anfang ist immer schwer. 


An vielen Stellen kann und darf man es sich auch durchaus einfacher machen. Statt "richtiger" Bluse geht auch ein Blusenshirt - ohne Knopfleisten und ohne Kragen, dafür mit einer schönen Belegverarbeitung.

Ärmelabschlüsse können auch einfach gesäumt werden oder mit einem Gummiband zusammengezogen werden. Sie müssen nicht mit Schlitz und Manschetten versehen werden.





Hier bei meiner Karobluse habe ich mir zwar sagenhafte Mühe mit den Ärmelmanschetten gegeben, doch der Rest ist auch mehr Schein als Sein.


Die Knopfleiste ist einfach nur ein aufgesetzter Streifen, auf den ich nachträglich die Knöpfe per Hand angenäht habe. Der Stehkragen ist einfach mit einer Overlocknaht an den Halsausschnitt angenäht. So, dass die Kragenenden vorn genau zusammenstoßen. Bitte vor dem Nähen einer solchen Variante, alles  einmal stecken und schauen, ob euer Kopf da auch hindurchpasst und ihr nicht stecken bleibt.


Aber egal für welche Variante ihr euch entscheidet, am Ende zählt, was gefällt.

Und jetzt fragt ihr euch bestimmt die ganze Zeit, welchen Schnitt ich hier verwendet habe.

(Achtung jetzt kommt Werbung, da mir der Schnitt im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.)

Der Schnitt LaWoodie Blouse von Petra (aka pedilu) ist gerade frisch erschienen. Schaut gern bei ihr auf dem Blog vorbei, dort findet ihr weitere Ausführungen zu diesem Schnitt.




Und wahrscheinlich steht ihr dann am Ende gar nicht vor dem Problem, wie bestimmte Nähtechniken zum Thema Kragen und Manschetten funktionieren (die übrigens in Petras Anleitung alle noch ausführlich beschrieben sind- was einem aber auch nicht bei diesem besagten Knoten im Kopf weiterhilft), sondern ihr habt die Qual der Wahl, wie eure Bluse denn nun aussehen soll.

Auf Instagram findet ihr unter dem Hashtag #LaWoodieBlouse viele weitere Beispiele, die zeigen, wie unterschiedlich ein und derselbe Schnitt umgesetzt werden kann. 

Und gerade das ist das Tolle an unserem Hobby. Jeder kann, egal ob Nähanfänger oder schon Blusenprofi, seine eigene Ideen und seinen eigenen Stil in solch ein Projekt reinbringen. Ich bin selbst gespannt, welche Blusen bei mir noch so folgen werden, Ideen wären ja genug im Kopf vorhanden.


Dienstag, 31. Dezember 2019

Fünf gute Gründe, mit dem Bloggen weiterzumachen

Erzähle der Welt, was Dich begeistert, auf Deine Art.

Das sind die Sätze, mit denen mich meine Bloggersoftware jedesmal begrüßt, wenn ich mich anmelde. So auch heute, am Silvestermorgen 2019, an dem ich noch im Pyjama mit einem Becher Tee vor meinem Rechner sitze und meine Gedanken aufschreibe. Gedanken, die mir heute morgen nach dem Aufwachen kamen, als es im ganzen Haus ganz ruhig war und der Rest der Familie noch seelig schlief.

Heute ist der letzte Tag im Jahr 2019, morgen fängt ein neues Jahrzehnt an. Die Tage zwischen den Jahren sind gefüllt mit Zeiten der Ruhe und Zeiten für Rückblicke. Und ob man will oder nicht, fängt man selbst an zu überlegen. Was war alles in diesem Jahr, in diesem Jahrzehnt, wie habe ich mich entwickelt, verändert, wie hat sich die Welt und die Gesellschaft um mich herum entwickelt und verändert. 

Wie haben sich die sozialen Medien entwickelt, welche Bedeutung haben Blogbeiträge heute noch? Liest überhaupt noch jemand Blogposts oder wischen alle nur schnell durch ihre Timelines bei Instagram oder Facebook?

Warum mich diese Gedanken heute morgen so beschäftigen, dass ich sie hier niederschreibe, liegt wohl auch daran, dass ich gestern Abend noch den Blogbeitrag von Selmin (der kreative Kopf hinter dem Blog Tweed and Greet) gelesen habe, über ihre zehn erfolgreichsten Instagram Posts und ihre Gedanken über das Bloggen in der Zukunft.

Vielen Kreative, die in den letzten Jahren ihren Blog monatlich mit mehreren Beiträgen versorgt haben, geht es wie mir. 

Irgendwie ist die Luft raus. 



Angefangen hat es meiner Meinung nach mit den ganzen Diskussionen um die Werbekennzeichnung und die Datenschutzverordnung. Ängste wurden geschürt, dass plötzlich etwas, was für viele nur reines Hobby und Vergnügen ist, plötzlich durch gesetzliche Auflagen und rechtliche Konsequenzen plötzlich eine ganz andere Dimension bekommt. Geliebte und erfolgreiche Linkpartys, wie RUMS (Rund ums Weib am Donnerstag) schlossen ihre Pforten, der kreative Austausch verlagerte sich zunehmend auf Instagram und Co. 

Alle, die genau wie ich, ihren Blog nur als reines Hobby, als Plattform für Ideenaustausch und Inspiration, betreiben, sehen keinen Sinn mehr, stundenlang Mühe und Arbeit in einen Blogbeitrag zu investieren, wenn diese kaum noch gelesen und gewürdigt werden. 

Auch mir erging es so. In diesem Jahr habe ich - diesen Beitrag mitgezählt- genau drei Blogbeiträge veröffentlicht. Drei! Im ganzen Jahr! Mehr hatte ich dieses Jahr nicht mitzuteilen. Obwohl das stimmt so nicht, denn auf Instagram habe ich weiter fleißig meine Näh- und Strickwerke dieses Jahres gezeigt. 


Meine neun besten Fotos auf Instagram 2019



Und dennoch: Ich mache weiter. 



Ich werde diesen Blog hier nicht beerdigen. Ich werde ihn nicht aus der Öffentlichkeit nehmen, denn dafür gibt es meiner Meinung nach fünf gute Gründe:


  • Es macht mir Spaß.

    Ja, ich schreibe gern Texte, ich fotografiere gern, ich bin gern kreativ, warum soll ich das hier nicht verbinden.

  • Meine Blogbeiträge werden anscheinend gern gelesen.

    Denn wenn ich mir meine Blogstatistiken anzeigen lasse, kann ich feststellen, dass die Besuchszahlen immer noch so sind, wie vor ein, zwei Jahren. In der gleichen Frequenz. Obwohl hier in diesem Jahr wenig Neues erschienen ist, finden andere Kreative weiterhin ihren Weg auf meine Seite.

  • Ich kann mit meinem Blogbeiträgen andere Menschen inspirieren:Mitten im Sommer kam dieser Kommentar unter einem meiner Beiträge:
    Liebe Kirsten, ich hab heute erst deinen Blog und deinen wunderschönen Wäscheklammerbeutel entdeckt. Ich hab mich in deinem Text wirklich wiedererkannt ;-) Wie oft sagt man sich: man müsste mal....und dann schnappt man/frau sich doch wieder nur den ollen zerfledderten Beutel und hängt wie gewohnt die Wäsche auf. Aber Dank dir, und deiner tollen Nähanleitung wird das hoffentlich bald der Vergangenheit angehören. Vielen Dank für die Inspiration. Und ich werde demnächst noch öfters zum Stöbern bei dir vorbeikommen. Viele liebe Grüße Jeanne

    Liebe Jeanne, du hast den Ausschlag gegeben, dass ich das Ganze hier nicht einstampfe, sondern den festen Willen habe weiterzumachen.  Wenn ich eine andere Person zu etwas begeistern kann, was mich selbst begeistert, ist das Genug. Mehr will ich gar nicht. 

  • Ich lese selber gern Blogbeiträge.

    Zugegeben, vielleicht nicht mehr so viel und so oft wie in den letzten Jahren, aber regelmäßig. Ich liebe die Bloglovin App, mit der ich meine eigene Blogroll pflege, und in der ich gern mit etwas mehr Ruhe und Muße schaue und lese, als auf Instagram. Ich habe selbst diverse Bloglinks gespeichert mit Tutorials, Rezepten, Freebies, die ich immer wieder aufrufe und nutze. Wenn es die alle nicht mehr geben würde, wäre das Internet um Einiges ärmer.

  • Blogbeiträge sind nachhaltig.

    Wenn ich einen Blogbeitrag lese, der mich anspricht, dann weiß ich auch noch in ein paar Monaten, wo ich diese Sachen wiederfinde. Auf Instagram irre ich manchmal wie eine Verwirrte durch Hashtags und Accounts, irgendwo im Hinterkopf ein Bild, dass ich irgendwo gesehen habe, es aber nicht wiederfinde. Blogbeiträge sind zeitlos.

    Das ist mit gerade in der Adventszeit wieder mehr als bewusst geworden, als Ute (vom Blog Schneiderherz) unseren selbstgemachten Adventskalender mit einigen Sachen füllte, die sie vor einigen Jahren auf ihrem Blog gepostet hatte. Da wir Nähdeerns , die wir uns zu diesem Adventskalendervergnügen jedes Jahr wieder zusammen-finden, natürlich viele Sachen auch ausprobieren wollten, wurde untereinander Bloglinks ausgetauscht. Es lohnt sich immer wieder auch gern in ältere Beiträge zu schauen, die nichts an ihrer Kreativität und Sympathie verloren haben.

Und deshalb mache ich weiter. Mit dem Bloggen. Mit diesem Internet.

Ich entscheide selbst, wann und wieviel ich hier veröffentlichen möchte, und wenn ich Lust dazu habe, wie gerade heute am Silvestertag, dann mache ich es einfach und wenn ich keine Lust dazu habe, dann lasse ich es bleiben. Ich erzähle über das, was mich begeistert, in meiner Art. Und da ist er wieder:  der Satz , der mich jedes Mal begrüßt, wenn ich mich hier einlogge.

Ich schenke euch, meinen fleißigen Lesern,  ein riesengroßes Dankeschön. Schön, dass ihr hierher gefunden habt und vielleicht auch in Zukunft mal wieder vorbeischaut.

Diese Silvesterdeko findet ihr bei Schneiderherz als Freebie hier 


Ich wünsche allen einen guten Rutsch in ein neues kreatives Jahr und einen weiterhin so tollen gemeinsamen Austausch von Ideen und Gedanken untereinander.







Montag, 2. Dezember 2019

Kann nähen süchtig machen?

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis hat es sich mittlerweile herumgesprochen: ich nähe gern.

Oft werde ich aktiv auf mein Hobby angesprochen und ernte lobende und anerkennende Worte. Oft folgt dann: "Das würde ich ja auch gern können." 

Meine Standarderwiderung ist dann meist: "Ja, dann probiere es doch einfach mal aus!"

"Hm, ich weiß nicht, ich habe gar keine Zeit und ob ich das wirklich schaffe ?"

Dann kommt meist völlig automatisch mein zweiter abgedroschener Standardspruch: "Na ja, es ist ja auch noch kein Meister vom Himmel gefallen."

Hier wäre definitiv Schluß mit zielführender empathischer Kommunikation. Aber so gemein bin ich ja nicht. Ich füge gern noch einige erläuternde Sätze hinzu.

Ich bin, weiß Gott, kein Nähmeister. Ich habe es nie von der Pieke auf gelernt, und würde mich hüten, meine selbstgenähten Werke lobheimelnd anzupreisen. Aber ich will mein Licht auch nicht unter den Scheffel stellen und finde, dass einige gelungene Werke inzwischen dabei sind. Vielleicht ist da auch irgendwo Talent, so wie wir alle irgendwo eine Vorliebe haben und  uns bestimmte Dinge einfach leichter und besser von der Hand gehen, als andere. 

Es braucht dazu jedoch viel Zeit, eine große Portion Geduld und die Erkenntnis auch nach Niederlagen wieder weiterzumachen . Keine Angst, dieser Artikel soll jetzt nicht mit lebensberatenden Meinungen fortgeführt werden.

Aber was einem auf dem Weg zu eigenen selbstgenähten Projekten auf jeden Fall immer hilft, sind gute Anleitungen und Tipps. Die findet man ja dank YouTube und Blogs im Internet inzwischen zu Hauf.

Ich persönlich lese da aber auch immer gern, ganz klassisch, in Büchern. Lasse mich durchs Blättern in den Seiten inspieren und anleiten. Ihr ahnt es schon, oder? Denn Nähbücher gibt es ja eine ganze Menge auf dem Büchermarkt und auch hier bei mir zuhause stapeln sich einige.







Kann man eigentlich je genug Nähbücher haben?

"Die erfinden das Rad doch auch nicht neu."

Und tatsächlich in vielen steht Großteils das Gleiche drin. Ja das stimmt,  aber ich kann trotzdem nicht nein sagen, denn jedes Buch hat wiederum seinen eigenen Charakter und Schwerpunkt. Darum konnte ich natürlich auch nicht Nein sagen, als Petra von Pedilu bei mir anfragte, ob ich nicht Lust auf eine Blogtour habe. Sie würde gern ihr Buch




vorstellen*. [Ah, interessanter Titel. Das würde ich ja glatt unterschreiben]

Untertitel: "Besondere Nähprojekte von Kuschelkissen bis Blusenshirt"



[Auch interessant, da scheinen sehr unterschiedliche sowohl kleinere Projekte, als auch Kleidung dabei zu sein.]







Neben klassischem Vorwort findet man in diesem Buch auch hier auf den ersten zwanzig Seiten die wichtigsten Grundlagen zur Ausstattung, die man beim Nähen benötigt, den Grundlagen zu Nähmaschine und Sticharten, sowie Materialkunde und ein kleiner Exkurs zum Jersey nähen. Alles recht kompakt und gut beschrieben. [Ich gebe zu, über diesen Teil blättere ich persönlich sehr schnell hinweg]

Dann geht es aber zügig zu den einzelnen Projekten und hier findet sich wirklich eine erstaunliche Vielfalt, vom kleinen Stoffigel, über Taschen, Untersetzer, Gürtel, Mütze bis hin zu einem Blusenshirt, einer Leggings und einem Kleid. Alle Schnittmuster zu den Projekten sind auf einem zweiseitigen Papierschnittbogen am Ende des Buches, der für meinen Geschmack bei der Vielfalt der Projekte sehr aufgeräumt aussieht. Erst dachte ich, da fehlt doch noch ein Bogen, aber nein, bei genauerem Hinsehen sind da tatsächlich total übersichtlich alle Projekte dieses Buches auch ohne Linienwirrwarr gut wiederzufinden.


Die einzelnen Projekte sind absolut anfängertauglich, gut beschrieben und mit einfachen klaren Bilder unterfüttert. Zu Beginn ist in einer kurzen Zusammenfassung übersichtlich dargestellt, welche Materialien benötigt werden und welche Nähtechniken in diesem Projekt vermittelt werden. 







Meine Wahl fiel da relativ schnell auf das Projekt mit der hier gezeigten Tasche, die im Buch als edler Kork Shopper daher kommt. Denn in der Übersicht stand, hier lernst Du Origami Ecken nähen. [Aha, das hört sich interessant an] Ich habe bisher noch nie Origami Ecken genäht.

Und nicht nur dass ich diese Tasche in ihrer schlichten Form und der Größe sehr gern mag, diese Origami Ecken, wie ihr sie hier auf dem obigen Bild seht, sind so einfach zu nähen und geben diesem Shopper das gewisse Etwas. 




Viel andere Bloggerinen und Nähsüchtige haben das Buch auf Herz und Nieren getestet und einige Projekte daraus genäht. Wenn Lust auf mehr bekommen hat, wirft doch gern einen Blick auf unser Blogtour Team:

änni sews: Blog | Insta
naadisnaa: Blog | Insta
anuschka1804: Insta
Elbmiezen: Blog | Insta
handgeklotzt: Blog | Insta
Kathis Nähwelt: Blog | Insta
kreamino: Blog | Insta
Liiviundliivi: Blog | Insta
Mecki macht: Insta

Mojoanma: Blog | Insta
vansquirrel: Insta


Macht diese Buch süchtig nach Nähen?

Da mir vorher schon bewusst war, dass Nähen süchtig machen kann, war dieser Titel nicht wirklich überraschend. Nach genauer Durchsicht des Buches kann ich mir jedoch vorstellen, dass nicht nur Nähanfänger, sondern auch ambitionierte Hobbynäher sehr schnell noch das eine oder andere Projekt finden, das sie unbedingt ausprobieren müssen. Ich sage nur Rope Bowls. Kennt ihr nicht? Dann ab zu Petras Blogbeitrag, denn dort könnt ihr auch drei Exemplare des Buches gewinnen.


*P.S: Das Buch wurde mir im Rahmen der Blogtour #nähenmachtsüchtig kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle anderen Materialien habe ich selber gekauft. 
Der Außenstoff der Tasche ist aus dem Heavy washed Canvas von Mind the Maker , der Innenstoff ein japanischer Baumwollstoff, gekauft bei der Tillabox.








Montag, 6. Mai 2019

Ein Wäscheklammerbeutel - Ruck Zuck selbst genäht

Einfach mal machen..... zum Beispiel, sich schöne alltagstaugliche Dinge selber nähen. Das ist so einfach gesagt und trotzdem hat es gefühlt Jahre gedauert, bis dieser bunte Wäscheklammerbeutel bei uns einzog und die ungeliebte Haushaltsroutine  des Wäsche Aufhängens ein wenig auffrischte. 





Ehrlich gesagt, traue ich mich kaum zu sagen, dass vorher unsere Wäscheklammern in einem furchtbar hässlichen und an diversen Stellen aufgerissenem Plastikkorb lagerten. Zwischendurch fiel die ein oder andere Klammer schon mal durch die Löcher und fand sich dann im Wäscheberg selbst wieder. 


Und spätestens in dem Moment dachte ich immer wieder, da muss mal ein neues Behältnis für unsere Wäscheklammern her. Und dabei blieb es.


Bis ich beim Stöbern auf Instagram auf ein Bild eines bunten Wäscheklammerbeutels aufmerksam wurde. In dem Augenblick hat es auch in meinem Kopf endlich klick gemacht. Wieso nähe ich mir so ein wunderbares Helferlein nicht einfach selbst? Der Entschluss war schnell gefasst und  wurde am nächsten Tag in die Tat umgesetzt. 





Wenn Du Dir auch so einen hübsche Beutel nähen möchtest, brauchst Du dafür nur einen kleinen Kleiderbügel, am besten einen Kinderkleiderbügel, einen festen Baumwollstoff und eine Nähmaschine.





Ein Schnittmuster benötigt Ihr hierfür nicht.  Das könnt Ihr Euch ganz einfach selbst zeichnen. Dafür einfach den Kleiderbügel mittig auf den Rand eines Blatt Papiers legen und mit einem Stift die obere Kontur des Bügels nachzeichnen. Die geschwungene Linie bis zum Boden zeichnest Du frei Hand. Ich habe mir einen kleine Hilfslinie mit dem Bleistift eingezeichnet, damit der Beutel oben und unten gleich breit wird.





Anschließend das Schnittmuster im Stoffbruch auf deinen Stoff auflegen und mit einem Zentimeter Nahtzugabe einmal außen herum schneiden. Fertig ist die Rückseite des Beutels.





Für die Vorderseite brauchen wir diese Form in zwei Teilen für den Eingriff in der Mitte. Dazu die gewünschte Eingriffshöhe mit einem roten Stift auf das Muster zeichnen und jeweils ein Ober- und ein Unterteil für die Vorderseite jeweils drei Zentimeter höher und tiefer ausschneiden. 




Die Schnittkanten zwischen Ober- und Unterteil jeweils um einem Zentimeter nach innen umklappen und mit einem Zickzackstich der Nähmaschine fixieren.




Wenn ihr jetzt die Rückseite und die beiden Vorderseiten übereinander legt, seht ihr wie sich der Eingriff in der Mitte überlappt. Jetzt müsst ihr die Teile nur noch zusammennähen und schon ist der Ruck Zuck  Wäscheklammerbeutel fertig.



Um die beiden Vorderteile und das Rückenteil zusammenzunähen legt ihr die Teile rechts auf rechts (also mit den schönen Stoffseiten zueinander) bündig aufeinander. Die beiden Vorderteile überlappen sich um ca. 2 Zentimeter. In meinem Beispiel liegt die Unterseite innen und das Oberteil wird daher beim gewendeten Beutel überlappen. Für einen schnelleren Griff in den Beutel könnt ihr das aber auch genau andersherum legen.



Im oberen Bereich markiert ihr Euch die Mitte. Ihr beginnt jetzt mit eurer Naht ca. einen halben Zentimeter dahinter und näht dann mit einer Nahtzugabe von einem Zentimeter einmal um den ganzen Beutel herum, bis einen halben Zentimeter vor eurem Nahtanfang. Das kleine Loch an der Oberseite wird benötigt um den Griff des Kleiderbügels dort hindurchzuschieben als Aufhänger.




Wenn ihr einmal um den Beutel herum genäht habt, könnt ihr die Nahtzugaben noch etwas zurückschneiden oder sie auch in den Rundungen ein wenig einschneiden. Dann formen sich die Konturen beim gewendeten Beutel einfach schöner heraus.




Jetzt habt ihr es schon geschafft. Ihr müsst das Ganze nur noch auf die rechte Seite wenden, die Ecken schön von innen ausformen und den Bügel durch den Eingriffsschlitz schieben und fertig ist der Ratz Fatz Wäscheklammerbeutel. 






Zum Schluss füllt Ihr Eure Wäscheklammern hinein und habt ein selbstgemachtes Hausutensilo, welches Euer Herz vielleicht ein wenig höher schlagen lässt, wenn ihr das nächste mal die Wäsche aufhängt. 



Bei mir wird es definitiv dazu führen, dass mein Puls nicht mehr so in die Höhe schnellt, weil ich mich über den kaputten Plastikkorb aufrege, der jahrelang weder schön noch sinnvoll, geschweige denn besonders nachhaltig war. 


Viel Spaß beim Nähen