Montag, 26. Februar 2018

Wischlappen mal anders....

Spüllappen oder Waschlappen aus Strick, sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch extrem umweltfreundlich. Selbstgestrickt sind sie zudem noch sehr nachhaltig und fair produziert und können so in der Nutzung in Bad und Küche prima eingesetzt werden.



Ich muss zugeben, ich war erst ein wenig skeptisch , ob es sich denn mit so einem Wolllappen genau so wischen lässt, wie mit einem herkömmlichen Spültuch. Aber einfach mal ausprobieren und sich selber eine Meinung dazu bilden. 

Wir hatten vor gut einem Jahr die ersten gekauften Wollspültücher aus unserem Nachbarland Dänemark im Einsatz. Sie haben sich in der Küche bewährt und sind auch nach etlichen Waschgängen in der Waschmaschine immer wieder im Einsatz. Vor ein paar Wochen hat sich der erste Am Rand aufgelöst und Fäden gezogen. Das war der eigentliche Auslöser, warum ich es selber ausprobieren wollte, die Lappen selbst zu erstellen. 



Wenn es um die Suche nach kreativen Inspirationen und Anleitungen geht, schaue ich zuallererst bei  Pinterest vorbei. Dort einfach mit einem geeigneten Schlagwort suchen und ihr findet viele tolle Internetquellen mit entsprechenden Anleitungen. Ich hatte bereits einige Ideen , unter anderem auch zu der hier verwendeten Häkeltechnik, dem tunesischen Häkeln, auf meinem Pinterestboard abgespeichert.



Jetzt stellte sich nur noch die Frage nach dem geeignetem Material und der richtigen Häkelnadel. Und da verlasse ich mich auch gern auf eine erfahrene Fachmeinung, die ich vor Ort im  Wollladen immer finde. Nachhause gekommen bin ich dann mit einem Knäuel sehr saugfähiger Baumwolle mit Polyesteranteil und einem Knäuel Wolle aus einem Baumwolle-Leinen-Gemisch. Und hier seht ihr das erste Ergebnis , ein kleiner Spüllappen mit einem einfachen tunesischen Häkelstich.


Am Sonntag habe ich diesen Lappen beim Kuchenbacken das erste Mal im Einsatz gehabt, um die Kleckse vom aufgeschlagenen Ei aufzuwischen oder ihn im feuchten Zustand unter der Rührschüssel zu platzieren, damit diese mit dem Mixer nicht auf Walzerrunden geht.

Inzwischen ist auch schon der zweite Lappen auf der Nadel, diesmal aus dem Baumwoll-Leinen-Gemisch, welches sich wieder ganz anders anfühlt und sich auch ganz anders auf den Nadeln verarbeiten lässt. Ich bin gespannt, wie die Beiden sich im längeren Praxiseinsatz und vor allem nach den ersten Runden in der Waschmaschine machen. 

Es gibt auch noch so viele tolle Strickmuster für die Wischtücher und ganz viele Varianten des tunesischen Häkelns. Wenn ich die alle ausprobiere, quillt unsere Lappenschublade bald über. Aber als kleines Mitbringsel bzw. Geschenk eigenen sie sich auch hervorragend. Ich werde also weiter machen . Und ihr?









Mittwoch, 21. Februar 2018

Der praktische Alltagsbegleiter - eine Tasche mit viel Platz.....

Ich gehöre definitiv nicht zu den Hobbynäherinnen, die gern Taschen nähen. Ganz im Gegenteil, bisher habe ich mich selten an einem Taschenschnitt versucht und auch erst eine Tasche selbst produziert, die ich richtig vorzeigbar fand (könnt ihr hier sehen). 

Heute möchte ich Euch dagegen den Schnitt Jacktar von Merchant and Mills vorstellen, eine Tasche, die auch mich als nicht so leidenschaftliche Taschennäherin vollkommen in seinen Bann gezogen hat. 





Und nun fragt Ihr Euch, was an dieser Tasche denn so besonders istl?

Vielleicht ist es einfach dieser schlichte Schnitt, der auch ohne große Vorkenntnisse gut und einfach umgesetzt werden kann. Vielleicht dieser lässige Style, der durch das Material und den Lederriemen eine gewisse Wertigkeit bekommt. Oder weil sie einfach eine komfortable Größe hat, die diese Tasche für alle Lebenslagen qualifiziert und trotzdem schick aussieht. Der praktische Alltagsbegleiter schlechthin.



Das englischsprachige Schnittmuster könnt ihr hier in Deutschland zum Beipsiel in der Tillabox oder bei JuniDesign erwerben - den dazu passenden Oilskin Stoff (mit Öl beschichteter wind- und wetterabweisender Baumwollstoff) natürlich auch.

Ich habe mir das Schnittmuster und den Stoff zum Beispiel im Onlineshop der lieben Nina von JuniDesign , im Dezember letzten Jahres bestellt. Und ja, ich habe es mir selbst zu Weihnachten geschenkt. Denn diese Tasche ist kein Schnäppchen. 

Nur das Schnittmuster allein kostet knapp 17,- EUR. Da fängt der ein oder andere schon an zu schlucken. Wer dann auch noch den Baumwollstoff "Dry Oilskin" dazu bestellt und das praktische Kit mit allem weiteren Zubehör, wie den Lederriemen, die Nieten und die Ösen, der kann dann locker an die 70,- EUR ausgeben.





Da gibt es jetzt sicherlich diejenigen die sofort sagen, nie im Leben gebe ich soviel Geld für Material aus, um mir dann selbst eine Tasche zu nähen. Für das Geld  kann ich doch locker mindestens drei Taschen in einem Laden kaufen.

Und da gibt es sicherlich diejenigen, denen die Leistung zu diesem Preis wert ist. Weil sie ein hochwertiges, individuelles Einzelstück erhalten, welches selbst genäht wird und damit auch Erinnerungen und eine ganz besondere Bindung hervorruft.

Übrigens, wer hier mal einen kleinen Vergleich mit einer gekauften Tasche ähnlicher Machart und Güte machen möchte, dem empfehle ich einen Besuch auf der Homepage von Finkid. Finkid hat sich in seiner Unternehmensphilosophie für eine hochwertige Verbindung von einmaligem Design und cleverer Funktion verschrieben. Seit dem Frühjahr 2018 bieten sie auch Taschen in ihrem Produktangebot an. Schaut doch mal hier




Aber nun zurück zur Tasche. Sie besteht in ihrer Außenhülle tatsächlich nur aus zwei Rechtecken (Vorder- und Rückseite) und einem ovalen Boden. Bei der Innentasche, die genau identisch zur Außentasche genäht wird und nur in ihrer Höhe ein paar Zentimeter kürzer ist wegen des Saumstückes im Außenstoff als Kantenabschluss, wird auf einer Seite mittig ein breit verlaufendes Stoffrechtecke aufgenäht , dass mit zwei Teilungsnähten, drei ganz simple Innentaschen gibt. Die sind praktisch für die Aufbewahrung von Handy , Schlüssel und Portemonnaie, die sonst aufgrund der Größe der Tasche gern auf Tauchkurs verschwinden. Wer es lieber mag, dass die Innentaschen geschlossen sind, kann sich dort ein paar Druckknöpfe anbringen. 

Die Tasche, die im oberen Bereich mit einem Magnetverschluss geschlossen wird, ist mit zwei Handgriffen aus dem Außenstoff versehen und dem zusätzlichen langen Schulterriemen aus Leder.




Die Tasche misst vom Boden bis zur oberen Kante knapp 45 cm, vom Boden bis zu den Haltegriffen kommt sie auf eine Gesamtlänge von 55 cm. Das kann bei kleineren Menschen dazu führen, dass die Tasche, in der Hand getragen, gefühlt auf dem Boden schleift, oder wenn man sie mit dem Schulterriemen trägt, irgendwo an den Kniekehlen hängt. 

Da habe ich mit meiner Körperlänge von 180 cm überhaupt kein Problem. Bei mir ist sogar der Schulterriemen noch ein wenig länger als im Schnittmuster angegeben. Wie lang der Riemen bei Euch sein müsste, das probiert am besten selbst aus - zum Beispiel vor einem Spiegel, wenn ihr die Tasche soweit fertig genäht habt. 

Bei mir endet die Tasche, wenn ich sie mir über die Schulter hänge, mit dem Boden mittig auf Höhe der Oberschenkel. Ich kann bequem noch von oben mit den Händen in die Tasche fassen, ohne sie abnehmen zu müssen. Das ist für mich die perfekte und komfortable Größe, bzw. Länge.



Und zum guten Schluss, mein persönliches Fazit:

Ja, ich habe auch erst geschluckt, als ich die Preise für Schnittmuster und Stoff sah. 

Und nein, ich bin in keinster Weise enttäuscht worden, weder vom Schnitt, noch von der Qualität des Stoffes. Beides ist sehr hochwertig und das sage ich aus tiefster innerer Überzeugung und nicht weil mich dazu jemand animiert hat.

Und Ja, ich habe eine persönliche Bindung an diese Tasche, weil sie in einem wunderbaren Rahmen entstanden ist. Genäht habe ich sie an einem Wochenende Anfang Februar 2018 im Rahmen von Lüneburgnäht (wer sich für das Nähwochenende interessiert, kann hier bei Danie von "Prülla" etwas darüber lesen und viele Bilder anschauen) . Da diese Tasche gerade in vieler Munde ist, war ich natürlich nicht die Einzige, die Jacktar auf der tosew-Liste stehen hatte. Mit mir zusammen hat sich auch Paola von Pipa Pocoloco an dieses Projekt gewagt. Und wieviel Spaß hat das gemacht, zusammen mit ihr in Silkes Stoffladen in Lüneburg (Tillabox) noch über den geölten Baumwollstoff zu philosophieren, die schwere Wahl der richtigen Farbe zu treffen ( sie sind allesamt so schön, aber vier Taschen aus jeweils unterschiedlichen Farben des Oilskin überstieg dann doch ein wenig das Budget) . Schaut mal bei Paola  auf dem Blog vorbei, dort findet ihr eine tolle Version aus dem grauen Oilskin mit gelbem Innenfutter, eine traumhafte Kombination.

Ich bin rundum zufrieden und habe die Tasche mittlerweile schon oft im Einsatz gehabt. Der Stoff sieht immer noch schön aus, mal sehen ab wann sich dort eine gewisse Patina einstellt, und die Größe ist perfekt, um schnell noch ein paar Einkäufe zu erledigen oder Sachen zu verstauen.

Ob ich nicht noch eine aus dem wunderschönen senfgelben Oilskin gebrauchen könnte ? Nach , ich überleg mal .....


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Mittwoch, 14. Februar 2018

Wie ich ein Kleid zum Pullover machte....

Das Schnittmuster Frau Polly von Fritzi Schnittreif verspricht ein gemütliches Sweatkleid mit Rollkragen. Wer die Schnittmuster aus der Feder von Anja und Britt, den beiden Köpfen hinter Fritzi Schnittreif, kennt, weiß, dass es sich bei ihren Ideen immer um bequeme alltagstaugliche Kleidung handelt, die gut sitzt.

Als ich das Schnittmuster kurz nach seinem Erscheinen das erste Mal auf dem Lillestofffestival im September 2017 gesehen hatte, war der Funke bei mir sofort übergesprungen. Ein schlichter Schnitt, wie ich ihn liebe, mit schmalen Raglanärmeln, einem großen kuscheligen Kragen und einer ansonsten sehr legeren, aber nicht zu voluminösen Weite.  


Und daher habe ich nicht lange überlegen müssen.Das Schnittmuster reiste mit mir nach Hause, wo es dann zu meiner Schande erst einmal seinen Platz in der Ablage fand, anstatt gleich in das nächste Nähprojekt umgesetzt zu werden.


Der Schnitt wurde erst wieder hervorgeholt, als plötzlich der passende Stoff vor meinen Augen erschien: ein dunkelblauer Viskosetrick als Romanitstoff, gekauft in Laras Onlineshop "1000 Stoff". Dieser als Doubleface Jersey verarbeitete Strickstoff ist gut dehnbar und besitzt trotzdem eine angenehme Festigkeit. Er ist dicker als normaler Jersey , aber dünner als ein reiner Sweatstoff. Der Stoff besticht durch seine edle Oberfläche und fällt angenehm, ohne dass sich etwas abzeichnet. Es war einfach der perfekt Stoff für diesen Schnitt.




Und da ging das Dilemma wieder von vorn los. Schnitt und passender Stoff, den ich sogar sofort nach der Lieferung gewaschen hatte, lagen verarbeitungsfertig auf meinem Nähtisch. Und es sollte erst wieder eine ganze Zeit verstreichen, bevor die beiden unter der Nähmaschine landeten.

Schnittmuster und Stoff habe ich nicht wieder weggeräumt, sie lagen gut sichtbar auf der Arbeitsfläche . Ich streichelte immer mal wieder den Stoff, sah mir das Schnittmuster mit den Bildern an und hatte aber überhaupt keinen Antrieb, mit diesem  Projekt zu starten. 

Als dann Anfang Februar das Nähwochenende in Lüneburg immer näher rückte, stand für mich sofort fest, dass es das Wochenende für meine Frau Polly werden würde. Und , ihr ahnt es wahrscheinlich schon lange, als ich eine Woche vorher den Stoff zuzuschneiden wollte, ging ich noch einmal ganz tief in mich und wusste : Ich würde dieses Kleid bestimmt gern tragen, aber so wie ich mich kenne, leider viel zu selten. Das war schon immer so und das wird sich auch in der Zukunft nicht ändern, da bin ich mir ziemlich sicher. Als geborener Hosentyp trage ich zwar ab und an gern Rock und Kleider, sie werden aber nie meine erste Wahl beim Griff in den Kleiderschrank werden. Also wurde aus dem Kleiderschnitt Frau Polly kurzerhand der Pullover Frau Polly. 



Diese Variante haben schon einige Näherinnen vor mir ausprobiert und ich bin gern mit auf den Zug gesprungen. Dabei habe ich das Rückenteil, genau wie bei dem Kleid, aus zwei Teilen genäht. Dies gibt dem Pullover von hinten eine schöne Form und sieht interessant aus. 

  

Die Raglanärmel sitzen etwas tiefer und geben dem Schnitt dadurch in der Oberweite eine legere Form. In Brusthöhe sind zwei Abnäher vorgesehen, die ich allerdings bei diesem Schnitt auch gern weglassen würde. Bei Brustabnähern sei es geraten, vorher die Höhe der Abnäher zu kontrollieren. Die Spitze sollte immer auf die höchste Stelle der Brust weisen, um einen optimalen Sitz zu unterstützen. Wie ihr hier bei mir seht, ist es mir, trotz Anhaltens, nicht gelungen die korrekte Höhe zu erreichen. Ich hätte die Abnäher ein, zwei Zentimeter nach oben verschieben oder einfach ganz weglassen sollen.


Der Rollkragen wird einfach als vorgegebenes Rechteck zugeschnitten, einmal der Länge nach gefaltet und an den Halsausschnitt genäht. Ich habe hier statt der im Schnittmuster vorgegeben Höhe von 38 cm, nur knapp 30 cm genommen. Durch die geringere Höhe und den toll fallenden Romanitjersey klappt es wie zufällig immer schön herunter und muss nicht gekrempelt werden.



Die Ärmel habe ich auf dreiviertel Länge gekürzt. Ich mag dies sehr gern, da ich bei Pullovern sonst ständig die Ärmel hoch schiebe.
Der verkürzte Rollkragen und die Dreiviertel Ärmel haben es mir dann schlussendlich auch erlaubt aus dem Reststoff, der ursprünglich für das Kleid geplant war , noch eine bequeme Hose für zuhause zu nähen.  

Und so endete die Odysse von neuem Schnitt, der mich sofort begeisterte, dann erst in der Ablage versschwand, auf den richtigen Stoff wartete, der dann ein paar Monate später, wie durch Zufall erschien, und die geistige Eingebung, kurz vorm Zuschneiden, nach einer etwas längeren Nähabstinenz, die so zu einer optimalen Verwertung des Stoffes und einer hohen Tragegarantie beider Teile führte.

Kennt Ihr solche Entstehungsprozesse auch? Ich bin gespannt ......



Und das Interessanteste zum Schluss:
Schnitt: Frau Polly von Fritzi Schnittreif, genäht in Größe XL, auf Pulloverlänge gekürzt
Stoff: Romanitjersey, gekauft bei 1000 Stoff, zur Zeit nur noch in Rot lieferbar
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Mittwoch, 10. Januar 2018

Eine schlichte Bluse mit dem kleinen Wow Effekt......

Blusen, ganz klassisch aus Webware mit Knopfleiste und Kragen, gehörten irgendwie noch nie zu meinen Lieblingskleidungsstücken. Empfand ich sie doch eigentlich immer als einengend, unflexibel und das Schlimmste, nach einmal Tragen meist reif für die Wäsche. Und dann die elendige Bügelei bis sie wieder ordentlich im Kleiderschrank hängen. Oh nein, das war mir immer zu aufwendig. 

Was war ich froh, als die Bekleidungsindustrie vor einigen Jahren Blusenshirts auf den Markt brachte, diese geniale Mischung aus Bluse und Shirt. Aus elastischen Stoffen, bequem zu tragen, aber trotzdem mit dem gewissen Schick eines Kragens oder einer Manschette, so dass diese auch definitiv bürotauglich wurden. Zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass dies noch zu Zeiten als ich meine Nähmaschine nur zum Umsäumen von Gardinen benutzt habe und nicht mal ansatzweise daran dachte mir selbst Kleidung nach meinen eigenen Vorstellungen selbst zu nähen.

Inzwischen ist einige Zeit ins Land gezogen, ich nähe inzwischen einen Großteil meiner Kleidung selbst, durchaus auch büroalltagstauglich, aber an das Blusenthema habe ich mich bisher noch nicht richtig herangetraut. Einfache Schnitte aus elastischen Stoffen, gern mit einer Knopfleiste, die nur den Anschein trägt und ohne aufwendige Kragenverarbeitung sind kein Thema, aber so eine richtige echte Bluse aus Webware habe ich bisher noch nie selbst genäht.




Aber ich taste mich langsam vor und die Bluse Greta von Finasideen ist eine perfekte Mischung aus klassischer Bluse  und Shirt mit dem gewissen Etwas. Kein Kragen, den runden Halsausschnitt mit Belegen versäubert und einer seitlich versetzten Knopfleiste. Ach ja, da war es wieder das Thema Knopfleiste. Nachdem ich doch bei diesem Nähprojekt hier so erfolgreich meine Knopflochangst bezwungen habe, bin ich bei dieser Bluse wieder auf eine Fake-variante umgestiegen. 



Ich habe die Leiste zugenäht und nur am unteren Ende ein wenig offen gelassen. Der Knopf am Ausschnitt ist nur aufgenäht. Der Schnitt lässt es zu, dass man auch ohne das Öffnen der Knopfleiste bequem ein- und aussteigen kann. 




Natürlich muss auch diese Bluse gebügelt werden, wenn sie ordentlich aussehen soll. Aber eine Knopfleiste, die vor dem Bügeln nicht geöffnet und hinterher wieder mühselig geschlossen ist, empfinde ich schon als deutliche Erleichterung  bei der, sagen wir es wohl formuliert, nicht ganz so geliebten Hausarbeit. 


Und übrigens, auch Kurzarmblusen kommen bei mir ganzjährig aus dem Kleiderschrank, da sie bei kühleren Temperaturen gut mit Blazern und Strickjacken zu einem bequemen Outfit kombiniert werden können. 
Und während ich hier noch meine Gedanken zu diesem Nähprojekt zu Ende bringe, überkommt mich so ein kleine , klitzekleine Lust in diesem Jahr meine Blusennähfähigkeiten noch weiter auszubauen.   


Wie immer das Interessanteste zum Schluss....
Schnitt: Bluse Greta von Finasideen genäht in Größe 42
Stoff: Gewebte Baumwolle staubblau Konfetti von Stoff und Stil
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Mittwoch, 22. November 2017

Etwas Schickes und etwas Bequemes , vereint in einem Kleidungsstück.....

Da ich den Großteil meiner Zeit in einem Büro verbringe, lege ich Wert auf schicke, elegante Kleidung, die bequem ist. Die Kleidung muss gut und ordentlich an meinem Körper sitzen, sie darf gern lässig sein, aber nicht schlabbern. Ich möchte damit gut angezogen aussehen und mich in jeder Gesellschaft wohlfühlen. Oh je, das sind doch so viele Wünsche auf einmal....

Gibt es diese schicken universal einsetzbaren Kleidungsstücke, die dann auch noch bequem sind?


Oh ja und daher freue ich mich immer sehr Schnitte zu finden, die diese Eigenschaften perfekt vereinbaren, wie zum Beispiel der hier gezeigte Cardigan von Lillesol und Pelle ( Lillesol Women No.29).




Den leicht taillierten Cardigan habe ich mit der schmal umlaufenden Blende genäht, die sich im Nackenbereich zu einem leichten Stehkragen aufstellt.  Dies und die leicht abgerundete Form der Vorderkanten verleiht diesem Schnitt Eleganz und Lässigkeit. 



Ich mag es, diese Charakteristiken eines Schnittes durch einen möglichst schlichten Stoff besonders zur Geltung zu bringen. Verwendet habe ich daher für den Cardigan einen schlichten kräftigen Strickstoff in dunkelgrau meliert und habe sowohl die Jacke, als auch beide Seiten der Blende aus demselben Material genäht.



Da ich fast alle Schnittmuster, die ich nähe aufgrund meiner Körpergröße verlängere, habe ich auch hier  beim Ausschneiden des Schnittmusters  überlegt, wo und wie ich hier am geschicktesten ein paar Zentimeter einfügen kann. Aber nach etlichem Hin- und Her  und zig-mal nachmessen, habe ich mich entschieden, den Cardigan, wie im Original zu nähen und keinerlei eigene Änderungen vorzunehmen.  

Für mich fällt er an den Seiten perfekt bis in die Höhe der Hüften und durch den geschwungen Bogen am Rücken bedeckt er schön den hinteren Bereich.



Für mich ist er somit zu einem perfekten Begleiter, nicht nur im Büro geworden. Durch die taillierte Form ist er sowohl mit Hosen als auch mit Röcken gut zu kombinieren und passt als wärmendes Oberteil ebenso gut zu einem Kleid. Der Cardigan trägt sich zu Jeans sportlich und mit Wollhosen elegant und fein.  Für mich ein perfekter Allround Schnitt, der je nachdem welche Stoffe benutzt werden, sicher immer wieder andere Facetten ans Tageslicht bringt.



Und daher ende ich meinen Beitrag hier gern mit folgendem Satz:

Bequemes muss nicht immer schick sein, aber Schickes darf auch durchaus bequem sein.

Habt ihr auch solche Schnitte, die all eure Bedürfnisse vereinen? Ich  bin gespannt.....




P.S: Und wie immer zum Schluß, alle wichtigen Facts auf einen Blick:
Stoff: Wollstrick dunkelgrau meliert von Stoff und Stil
Schnitt: Lillesol  women No. 29 Cardigan mit Schalkragen genäht in Größe 42
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Mittwoch, 25. Oktober 2017

Herbstzeit ist Jackenzeit

Wenn die Blätter von den Bäumen fallen  und man sich nach Tee und Kerzenschein sehnt, dann kommt auch wieder die Zeit, in der man gern Jacken anzieht. Schöne, wohlig warme Kleidung, die einem ein wenig das Gefühl nach Wärme und Geborgenheit gibt- Herbstzeit ist definitiv Jackenzeit.

Für mich ein guter Grund zum Widerholungstäter zu werden. Und so enstand kurz vor unserem Herbsturlaub in den österreichischen Alpen ein zweite "Eliza", ein alpenländischer Schnitt aus der Feder von Katrin aka Freuleins

Katrin hat diesen Schnitt ursprünglich für ihre Kundinnen in Walk mit Hirschhornknöpfen und offenkantiger Verarbeitung genäht, aber im Zuge ihrer Schnittmustererstellung zeigte sich, dass dieser Schnitt sich auch mit anderen Stoffen und Materialien schnell zu einer sehr vielseitigen Jacke entwickelte. 

Meine erste Eliza habe ich aus einem Doubleface Sweat genäht, die ihr hier noch mal anschauen könnt. Aber schon damals schwebte mir im Kopf auch noch so eine alpenländische Variante aus Walkstoff.



Auch bei meiner zweiten Eliza habe ich mich wieder für eine kurze Version dieser Jacke entschieden, allerdings habe ich in der Länge soviel dazugegeben, dass sie mir bei meiner Körpergröße knapp über den Hintern geht. Die Höhe der aufgesetzten runden Taschen im Vorderbereich habe ich dabei entsprechend angepasst.





Und natürlich kam ich auch hier wieder nicht an meinem geliebten Grau vorbei. Stets dabei im Hinterkopf die Worte meines Vaters, der immer sagte: Grau sei keine Farbe. Und ich sie trotzdem schon immer geliebt habe, oder gerade deswegen? 




Um es nicht  zu trist erscheinen zu lassen, habe ich die Belege aus dem gleichen Wollstoff in staubblau gewählt. Die Beleg wurden von mir offenkantig verarbeitet, das bedeutet, dass ich die "unschönen" linken Seiten aufeinander gelegt und rundherum abgesteppt habe. Die Stoffteile werden genauso aufeinandergenäht, wie man sie an der Jacke sieht und nicht mehr gewendet.

Beim Annähen der Belege an die Jacke habe ich diese allerdings nicht passgenau auf die Schnittkanten gelegt, sondern den Beleg ca. eine halbe Nähfußbreite darunter hervor schauen lassen. Dadurch ergibt sich der schmale blaue Saum, der die Jacke einmal umrundet und sich auch an den Ärmelabschlüssen wiederfindet.






Kurz gezögert habe ich bei der Frage, ob ich die Jacke mit oder ohne Kapuze nähe. Denn ohne Kapuze gefiel sie mir bei der Anprobe sehr gut und betont den Jankerstil noch ein wenig mehr. Allerdings hatte ich noch genügend Stoff da und insgeheim bin ich ein kleiner Kapuzenjunkie.  Daher war es auch tatsächlich nur ein kurzes Zögern und kein wirklich ernsthaftes Nachdenken.





Das man sich beim Nähen jedoch auch nach langer Zeit gern noch mal selbst überraschen kann, wurde mir mal wieder bewusst, als es um die Knöpfe ging. Ich habe schon öfter versucht ansehnliche Knopflöcher zu produzieren, zunächst immer auf einem Stück Probestoff. Und bisher war ich nie richtig zufrieden mit den Ergebnissen. Also war ich gedanklich auch bei dieser Jacke schon wieder bei dem Thema Druckknöpfe. 

Allerdings weise ich bei bestimmten Dingen eine gewisse Beharrlichkeit aus und so versuchte ich mich erneut an dem Thema Knopflöcher - und das durch zwei Lagen Wollstoff. In Gedanken sah ich vor mir schon wieder ausgewellte Knopflöcher und war doch sehr erstaunt, als unter der Nähmaschine plötzlich ein ganz ansehnliches Ergebnis entstand. Und ohne lange zu überlegen, voller Adrenalin und strahlend wie eine kleine Schneekönigin, habe ich tatsächlich fünf derselben in die Jacke genäht. Den Rest könnt ihr euch vorstellen, immer wieder schaut man gern drauf und denkt: Wow, wieso klappt es denn nach gefühlten Millionen Versuchen, die nie zufriedenstellend waren? 




Und so zeigte sich mal wieder in dem Ganzen Auf und Ab aus Frust und Erfolgserlebnissen beim Nähen, man sollte nie den Optimismus verlieren und Sachen, die nicht funktionieren solange versuchen, bis es klappt. Das sich dann anschließende Freudegefühl ist unbeschreiblich.......








Stoff: Wollfilz in hellgrau und staubblau von Stoff und Still
Schnitt: Jacke Eliza von Freuleins, genäht in Größe L, zum Beispiel hier erhältlich




Montag, 9. Oktober 2017

Elsenherbst 2017 oder die fünfte Jahreszeit der Nähblogger?

Der September ist Elsenzeit. Mit ihrem bewährten Elsenschnittmuster hat Monika von Schneidernmeistern auch in diesem Jahr wieder zum "Elsenherbst" aufgerufen, einer Linkparty, in deren Mittelpunkt ihr bewährtes Schnittmuster "Else" steht. 

Im Vorfelde dieses Blogposts geisterte mir immer wieder der Begriff  der  "Fünften Jahreszeit" durch den Kopf. Wie ich darauf gekommen bin, weiß ich selbst nicht mehr genau. Es schien eine spontane Assoziation. Aber das Thema ließ mich nicht los. Und so musste ich einfach mal ein wenig recherchieren. 

Die fünfte Jahreszeit 

Als fünfte Jahreszeit wird ein mehrere Tage bis Wochen andauernder Zeitraum bezeichnet, in dem ein Ereignis stattfindet, das den Lebensrhythmus vieler Menschen so stark beeinflusst, wie es sonst nur der Wechsel der vier Jahreszeiten tut. ....

[Quelle: Wikipedia]



Ihr schmunzelt? Passt doch irgendwie zum Elsenherbst...... (und wer jetzt gerade an Karneval denkt, der sollte jetzt schnell umschwenken, pardon umdenken)





In diesem Jahr steht der Elsenherbst unter dem Motto #itsallaboutstripes . Streifen am besten in Szene gesetzt in einem schwarz weißen , monochromen Umfeld. 

Das ist für mich quasi ein Steilvorlage und ein gutes Argument,  wieder ein Streifenshirt zu nähen. Allerdings konnte ich mich in diesem Herbst nicht mit einem schwarz weißen Stoff anfreunden, sondern brauchte tatsächlich ein wenig Farbe um mich herum. 


Meine Wahl fiel hierbei auf den Bio Stretch Jersey in Offwhite/Chili von Lebenskleidung. Jersey war meine bewusste Wahl, da ich ein langärmeliges Shirt im Hinterkopf hatte, welches gut unter Cardigans oder Blazer passt. Aus diesem Grund habe ich auch auf die Kapuze verzichtet und den runden Halsausschnitt von innen mit einem anthrazitfarbenen Jerseybeleg versehen. Dies gab für mich eine optimale Weite am Ausschnitt. 




Die Else besticht mit ihrem lässigen aber formgebenden Schnitt. Und seit diesem Herbst gibt es sie statt mit gerade eingesetzten Ärmeln auch in einer Raglanvariante.  Ausgewogene Linien, schmale Schultern und eine gute Passform waren Monika bei der Erstellung der Raglanelse wichtig. Wie ich finde, ist ihr das mit dieser kleinen Schwester, wie die Raglanelse von ihr selbst liebevoll betituliert wird,  hervorragend gelungen.



Die Raglanärmel werden oben auf der Schulter mit Abnähern in die richtige Rundung gebracht. Hier empfiehlt es sich, die im Schnitt vorgegebene Linienführung der Abnäher genau einzuhalten und am besten mit einer Nähmaschine und nicht mit der Overlock zu nähen. 





Und jetzt hüpfe ich mit meiner ersten Raglanelse rüber zu all den andern Mädels, die sich schon zum Elsenherbst auf Monikas Blog zusammengefunden haben. Schaut doch auch gern mal vorbei und freut euch auf einen kuscheligen Herbst mit wunderschönen Elsen in den unterschiedlichsten Ausführungen. Und Monika, wir freuen uns jetzt schon alle auf nächstes Jahr, wenn im September - zumindest für deine große nähbegeisterte Fangemeinde- wieder die fünfte Jahreszeit, der Elsenherbst 2018 startet.








verlinkt bei Elsenherbst, HandmadeonTuesday, Creadienstag, Ichnähebio,